Veraltet, aber klassisch
3 estrellas
John Pearsons „autorisiert-biografische“ Annäherung an James Bond ist weniger Biografie als liebevoll-absurde Tarnkappe für Fans. Der Clou: Bond ist hier kein literarischer Charakter, sondern eine reale Person, über deren Leben Ian Fleming „lediglich“ Romane schrieb. Ein herrlich schräges Spiel mit Fiktion und Realität – ein metatextuelles Parfum aus britischem Understatement und Kalter-Krieg-Romantik.
Doch Vorsicht: Das Buch stammt aus dem Jahr 1973 und das merkt man. Der Zeitgeist weht einem aus jeder Seite entgegen: Nikotingeschwängert, sexistisch charmant und mit einem Weltbild, das heute eher als museal denn als modern durchgeht. Ein Stück Popkultur-Genealogie, das weniger gelesen als ausgestellt werden will – zwischen Erstausgabe-Flemings und vergilbten MI6-Memorabilien.
Fazit: Für Bond-Puristen ein hübsches Artefakt. Für Sammler ein Must-have. Für den modernen Leser? Eher ein stilvoller Anachronismus.